Schleswig-Holsteinischer Teilnehmer bei der Weltmeisterschaft

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Derk Westphal bei der Spaltfurche
Am 29. und 30. September fand nahe der irischen Stadt Tullow die 54. Weltmeisterschaft im Leistungspflügen statt. Deutschland wurde in der Kategorie „Beetpflügen“ von Derk Westphal aus Kiel vertreten, bei den Drehpflügern trat Michael Podehl aus Niedersachsen für Deutschland an.

Bereits im vergangenen Jahr begannen für Derk Westphal die Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft. Auf der Agritechnica schaute er sich mit dem deutschen Mannschaftsbetreuer Claus Bahlert von der Pflügergemeinschaft Schleswig-Holstein nach einem geeigneten Schlepper für das Unterfangen um. Wussten sie doch, dass der alte Massey Ferguson MF 65, mit dem bisher gepflügt wurde, die Belastung wohl nicht überstehen würde. Aber ein Ersatz wurde schnell gefunden, denn Massey Ferguson baut immer noch ein ähnliches Modell und man war auch bereit, diesen Schlepper für die WM zu stellen. So konnte der Pflüger zu Hause auf dem alten Gerät üben und sich in Irland schnell auf das neue Modell einstellen. Der Kverneland-Pflug für das Wettkampfgespann kam von dem ehemaligen Weltmeisterschaftspflüger Kai Wommelsdorff.

Im August startete das Training auf Grünland hier in Schleswig-Holstein. Derk Westphal hatte, weil hierzulande nicht üblich, erst ein Mal auf Grünland gepflügt. Bei der Weltmeisterschaft werden aber die Disziplinen Stoppel- und Graslandpflügen verlangt. Gemeinsam mit seinem Trainer Jürgen Hell stellte Derk Westphal sich schnell auf die ungewohnten Verhältnisse ein.

Feldrichter bewerten die Spaltfurche
Anfang September wurde dann der Pflug mit einer Spedition auf den Weg nach Irland gebracht. Zeit für den Pflüger, noch einmal etwas Abstand vom Pflügen zu gewinnen, da bald zwei Wochen „Pflügen pur“ auf ihn warteten. Am 16. September flog das deutsche Team den Gerätschaften hinterher. Neben Derk Westphal als Beetpflüger war auch Michael Podehl aus Niedersachsen als Drehpflüger dabei. Jürgen Hell und Claus Bahlert machten als Trainer das Quartett komplett.

In Irland angekommen machte sich das Team auch gleich an die Arbeit, die Pflüge nach dem Transport wieder zusammenzubauen und die gestellten Schlepper anzupassen. Danach konnte das Training beginnen. Eine schöne, gleichmäßige Weizenstoppel wartete. Doch als der Pflug erstmals im Boden war wussten alle, dass es schwer werden würde. Der Boden war ein leichter Sand mit hohem Tonanteil. Diese Mischung klebte sich bei der ersten Berührung am Streichblech fest. Damit hatten aber alle Teilnehmer zu kämpfen. Als größeres Problem stellte sich für Derk Westphal heraus, dass bei dem sprichwörtlich irischen Wetter sein Schlepper unter den 54 Teilnehmern aus 26 Ländern der einzige ohne Dach und Kabine war.

Feldrichter bewerten die Schlussfurche
Nach einer Woche Training auf Stoppeln wechselte das deutsche Team zum Training auf das Grasland. Es war ein einjähriges Ackergras. Allerdings ein irisches Ackergrünland mit einer Narbe, die man in Schleswig-Holstein nur vom Dauergrünland kennt. So etwas hatte von den Deutschen bisher keiner gepflügt. Allerdings konnte man sich einige Kniffe bei den britischen Pflügern abgucken und so sah das Pflugbild nach einigen Trainingstagen schon sehr gut aus.

An den beiden Tagen vor der Weltmeisterschaft im Leistungspflügen wurden in Tullow noch weitere 16 nationale Entscheide ausgetragen. Vom Leistungspflügen in verschiedenen Altersklassen über Oldtimerpflügen und Pferdepflügen bis hin zum Leistungsumgraben(!) war alles dabei. Außerdem fand auf dem Gelände eine Landwirtschaftsmesse statt. An diesen beiden Tagen gaben 160.000 Zuschauer einen Vorgeschmack auf die Weltmeisterschaftsatmosphäre, denn an den Weltmeisterschaftstagen wurden noch mehr Besucher erwartet. Zur Eröffnung der Veranstaltung kam die irische Präsidentin Mary McAleese und wünschte allen Teilnehmern viel Glück. Das alles zeigt den Stellenwert des Leistungspflügens in den britischen Ländern.

Derk Westphal beim Graslandpflügen
Am ersten Wettbewerbstag konnte Derk Westphal bei herrlichstem Sonnenschein im Stoppelpflügen die Vorzüge seines kleinen Schleppers voll ausnutzen. Nach einer erstklassigen Spaltfurche merkte er schnell, dass es gut für ihn laufen würde. Er konnte seine Leistung bis zum Schluss bewahren. „Das war das beste Beet, dass ich je in Irland gepflügt habe.“ sagte er anschließend zufrieden. Doch noch war die Weltmeisterschaft nicht überstanden. Am nächsten Tag musste noch das Grasland gepflügt werden. Bereits morgens merkte Derk Westphal, dass es wohl nicht so gut laufen würde, wie am Vortag. Dem heftigen Regen an diesem Morgen war seine Ausrüstung nicht gewachsen. Schon vor Beginn des Pflügens war alles komplett nass. Doch trotzdem startete er mit einer guten Spaltfurche und einem guten Zusammenschlag. Nach einigen Steinen im Beet und einem technischen Defekt schlichen sich kleine Fehler ein, sodass das Restbeet um wenige Zentimeter nicht mehr richtig passte: „Normalerweise habe ich damit keine Probleme, aber zum Schluss war meine Konzentration einfach weg.“

Schließlich hat es für Derk Westphal zum 15. Platz gereicht. Womit er sehr zufrieden ist. „Es waren die besten Pflüger aus 26 Nationen hier und alle können gut pflügen.“ Claus Bahlert, der den Wettkampf auch als Richter begleitete, sagte: „Ich war wirklich beeindruckt, dass es so viele gute Beete gab, eines besser, als das andere.“

Weltmeister im Beetpflügen wurde Andrew Mitchell aus Schottland. Michael Podehl aus Niedersachsen belegte im Drehpflügen Platz 11. Sieger wurde hier Simon Witty aus England.
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